ETF-ABC für Einsteiger
Die wichtigsten Begriffe rund um ETFs – verständlich erklärt

Sie interessieren sich für ETFs, stoßen aber immer wieder auf Begriffe wie Index, TER, thesaurierend oder Rebalancing?
In diesem ETF-ABC erkläre ich die wichtigsten Begriffe kompakt und verständlich. So können Sie Informationen besser einordnen, die Unterschiede zwischen verschiedenen ETFs nachvollziehen und fundierte Entscheidungen vorbereiten.
Denn ein ETF ist noch keine Anlagestrategie. Welche Aufgabe ETFs in Ihrer Geldanlage übernehmen können, hängt unter anderem von Ihren Zielen, Ihrem Zeithorizont, Ihrem vorhandenen Vermögen und Ihrem Sicherheitsbedürfnis ab.
Nutzen Sie das ETF-ABC deshalb als Orientierung und Nachschlagewerk – für mehr Klarheit bei Ihren eigenen Geldentscheidungen.
FAQ – Das ETF-ABC auf einen Blick
Weitere Begriffe von A–Z
C – China-ETF?
Ein China-ETF bildet einen Index mit chinesischen Unternehmen ab. Damit investieren Sie gezielt in ein einzelnes Land und gehen stärkere politische, wirtschaftliche und regulatorische Risiken ein als mit einem breit aufgestellten Welt-ETF.
Ob eine solche Beimischung sinnvoll ist, hängt von Ihrer Gesamtstrategie ab.
G – Gewinne: realisiert oder nicht realisiert
Steigt der Wert eines ETFs über den Kaufpreis, besteht ein noch nicht realisierter Kursgewinn – häufig auch Buchgewinn genannt.
Erst beim Verkauf wird daraus ein realisierter Gewinn. Diese Unterscheidung ist unter anderem für die Besteuerung wichtig. Allerdings können bei ETFs auch ohne Verkauf steuerpflichtige Erträge entstehen, beispielsweise durch Ausschüttungen oder die Vorabpauschale.
H – Handelszeiten
ETFs können je nach Börsenplatz zu unterschiedlichen Zeiten gehandelt werden. Auf Xetra ist der Handel grundsätzlich montags bis freitags von 8:00 bis 22:00 Uhr möglich.
Entscheidend ist jedoch nicht nur, ob ein ETF handelbar ist. Während der regulären Öffnungszeiten der Märkte, in die der ETF investiert, sind Handelsvolumen und Wettbewerb häufig höher und die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreis kann günstiger sein.
I – ISIN und WKN
ISIN und WKN sind Kennnummern, mit denen sich ein Wertpapier eindeutig identifizieren lässt. Vor einem Kauf sollten Sie anhand der ISIN kontrollieren, ob Sie tatsächlich den gewünschten ETF ausgewählt haben – denn ähnlich klingende Produktnamen können unterschiedliche ETFs bezeichnen.
J – Jahresrendite
Die Rendite zeigt, wie sich eine Geldanlage innerhalb eines bestimmten Zeitraums entwickelt hat. Bei mehrjährigen Zeiträumen wird häufig eine durchschnittliche jährliche Rendite angegeben.
Historische Renditen helfen bei der Einordnung eines ETFs, erlauben aber keine verlässliche Aussage über seine zukünftige Entwicklung.
K – Kosten: Was sagt die TER aus?
Die TER – Total Expense Ratio – gibt die laufenden jährlichen Kosten eines ETFs in Prozent an. Diese Kosten werden dem Fondsvermögen entnommen und nicht separat vom Konto abgebucht.
Eine niedrige TER ist grundsätzlich vorteilhaft, sollte aber nicht das einzige Auswahlkriterium sein. Wichtig sind unter anderem auch der zugrunde liegende Index, die Replikationsmethode, das Fondsvolumen und die tatsächliche Abweichung von der Indexentwicklung.
L – Länder, Branchen, Themen
ETFs können sehr unterschiedliche Märkte abbilden: die Weltwirtschaft, einzelne Regionen, Länder, Branchen oder bestimmte Themen.
Je enger ein ETF ausgerichtet ist, desto stärker kann seine Entwicklung von wenigen Unternehmen oder einem einzelnen wirtschaftlichen Trend abhängen. Deshalb sollte die Auswahl immer zur Gesamtstrategie passen.
M – MSCI
MSCI ist ein Anbieter von Indizes und Analysedaten. Zu den bekanntesten Indizes gehört der MSCI World.
Trotz seines Namens bildet der MSCI World nicht die gesamte Welt ab, sondern große und mittelgroße Unternehmen aus derzeit 23 Industrieländern. Schwellenländer sind nicht enthalten.
N – Nachhaltigkeit
Nachhaltige ETFs berücksichtigen je nach Konzept ökologische, soziale oder unternehmensbezogene Kriterien. Einige schließen bestimmte Branchen aus, andere wählen innerhalb einer Branche die besser bewerteten Unternehmen aus.
Die Bezeichnung „nachhaltig“ sagt deshalb noch wenig über die tatsächliche Zusammensetzung aus. Entscheidend ist, welche Kriterien angewendet werden, welche Unternehmen enthalten sind und ob das Konzept zu Ihren persönlichen Vorstellungen passt.
O – Onlinebroker
Ein Onlinebroker ermöglicht Ihnen, ein Depot digital zu führen und Wertpapiere selbstständig zu kaufen oder zu verkaufen.
Achten Sie unter anderem auf Kosten, verfügbare Handelsplätze, Sparplanmöglichkeiten, Bedienbarkeit und den Kundenservice. Nicht investiertes Guthaben kann unter die gesetzliche Einlagensicherung fallen. ETF-Anteile im Depot sind dagegen Wertpapiere und werden getrennt vom Vermögen der Bank verwahrt.
P – Physische oder synthetische Replikation
Ein physisch replizierender ETF investiert direkt in alle oder einen repräsentativen Teil der Wertpapiere seines Index.
Ein synthetischer ETF bildet die Indexentwicklung mithilfe eines Tauschgeschäfts, eines sogenannten Swaps, ab. Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile. Entscheidend ist, dass Sie die Funktionsweise verstehen und prüfen, ob der ETF zu Ihrer Strategie passt.
Q – Quellen für ETF-Informationen
Wichtige Informationen zu einem ETF finden Sie im Basisinformationsblatt, im Factsheet, im Verkaufsprospekt und in den Jahres- beziehungsweise Halbjahresberichten.
Dort können Sie unter anderem Anlageziel, Index, Kosten, Risiken, Wertentwicklung und Zusammensetzung nachvollziehen. Für einen ersten Überblick eignet sich meist das Factsheet; für rechtlich verbindliche Einzelheiten sind die offiziellen Fondsdokumente maßgeblich.
U – Umschichtung
Eine Umschichtung verändert die Zusammensetzung des Depots. Sie kann sinnvoll sein, wenn sich Ziele, Zeithorizont oder Lebenssituation geändert haben oder das Portfolio deutlich von der geplanten Aufteilung abweicht.
Vorher sollten mögliche Steuern, Transaktionskosten und die Auswirkungen auf die Gesamtstrategie geprüft werden.
V – Verlustrechnung
Werden ETF-Anteile mit Verlust verkauft, kann dieser Verlust im Rahmen der steuerlichen Regeln mit bestimmten Kapitalerträgen verrechnet werden. Innerhalb eines Depots übernimmt die Bank die Verrechnung in der Regel automatisch.
Bei Depots bei verschiedenen Banken oder besonderen steuerlichen Situationen kann eine Verlustbescheinigung beziehungsweise steuerlicher Rat erforderlich sein. Die steuerliche Behandlung hängt vom Einzelfall ab.
X – Xetra
Xetra ist eine elektronische Börse in Frankfurt mit hoher Liquidität – besonders relevant bei großen Summen oder speziellen ETFs
Xetra ist das elektronische Handelssystem der Deutschen Börse und ein wichtiger Handelsplatz für Aktien und ETFs.
Bei der Wahl des Handelsplatzes sollten Sie nicht nur auf die Handelsgebühr achten, sondern auch auf den aktuellen Kauf- und Verkaufspreis sowie die Spanne dazwischen. Gerade bei größeren Orders können kleine Preisunterschiede einen spürbaren Effekt haben.
Y – Year-to-Date: Was bedeutet YTD?
Die Abkürzung YTD steht für „Year-to-Date“ und beschreibt die Wertentwicklung eines ETFs seit Beginn des laufenden Kalenderjahres bis zum angegebenen Stichtag.
Die YTD-Rendite erleichtert den Vergleich der bisherigen Entwicklung innerhalb eines Jahres. Sie ist jedoch nur eine Momentaufnahme und sagt wenig darüber aus, wie sich ein ETF langfristig entwickelt hat oder künftig entwickeln wird.
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